Geburtsanzeige

Wurde ein Deutscher im Ausland geboren, so kann der Personenstandsfall gemäß § 36 Personenstandsgesetz (PStG) auf Antrag im deutschen Geburtenregister beurkundet werden. Für ein in Taiwan geborenes Kind mit deutscher Staatsangehörigkeit besteht so die Möglichkeit, nach erfolgter Beurkundung eine deutsche Geburtsurkunde zu erhalten.

Der Antrag auf Beurkundung der Auslandsgeburt ist nicht an eine Frist gebunden und somit jederzeit möglich.

Da die taiwanischen Behörden keine amtlichen Geburtsurkunden ausstellen, rät das Deutsche Institut deshalb allen Eltern eines in Taiwan geborenen Kindes, das auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, möglichst frühzeitig einen Antrag auch Beurkundung der Auslandsgeburt gemäß § 36 PStG zu stellen, da sonst für das Kind als Nachweis der Geburt nur eine inoffizielle Bescheinigung des Krankenhauses erhältlich ist.

Zuständig für die Beurkundung der Auslandsgeburt ist das Standesamt am deutschen Hauptwohnsitz der Eltern bzw. des deutschen Elternteils, oder, sofern dieser nicht vorhanden ist, das Standesamt I in Berlin. 

Die Unterschriften der Eltern unter der Geburtsanzeige müssen grundsätzlich nicht beglaubigt werden. Sofern jedoch eine Erklärung zur Namensführung des Kindes erforderlich ist (z.B. bei Eltern ohne gemeinsamen Ehenamen) ist eine Unterschriftsbeglaubigung erforderlich.

Wann eine Namenserklärung erforderlich wird, erfahren Sie hier. Merkblatt Namensrecht [pdf, 58.05k]

Die Gebühr für die Unterschriftsbeglaubigung unter einer Namenserklärung beträgt 25,- Euro, zu zahlen in Landeswährung nach dem gültigen Kurs. 

Der Geburtsanzeige für eine in Taiwan erfolgte Geburt sind i.d.R. folgende Unterlagen beizufügen (das Standesamt kann im Einzelfall die Vorlage weiterer Unterlagen verlangen):

- maschinenschriftlich ausgefüllter Formular für Geburtsanzeige (2017) [pdf, 333.97k]

- englischsprachige Geburtsbescheinigung des Krankenhauses aus der/die Vornamen des Kindes, Geschlecht, Geburtsort (Anschrift des Krankenhauses), Datum und Uhrzeit der Geburt, sowie die vollständigen Namen der Eltern hervorgehen;

- Geburtsurkunden beider Eltern (für den taiwanischen Elternteil hilfsweise aktueller 'Haushaltsregisterauszug' in englisch);

- falls die Eltern miteinander verheiratet sind: Heiratsurkunde;
(Hinweis: die Heiratsurkunde ersetzt nicht die Geburtsurkunde(n))

- falls die Eltern nicht miteinander verheiratet sind und die Kindesmutter nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt: Nachweis der Anerkennung der Vaterschaft durch den deutschen Vater.


Bitte beachten Sie, dass grundsätzlich alle fremdsprachigen – außer englischsprachigen - Urkunden und Dokumenten mit einer deutschen Übersetzung eingereicht werden müssen. Taiwanische Krankenhäuser und Behörden stellen Urkunden, die zur internationalen Verwendung bestimmt sind, auf Antrag auch gleich in englischer Sprache aus; bitte fragen Sie ggfs danach.

Der taiwanische 'Haushaltsregisterauszug' wird hinsichtlich der darin enthaltenen Angaben nur für den taiwanischen Elternteil, nicht jedoch für den deutschen Elternteil oder das Kind (wenn dieses auch die deutsche Staatsnangehörigkeit besitzt) anerkannt.
In den taiwanischen 'Haushaltsregisterauszug' eingetragene Eheschließungen mit einem nicht-taiwanischen Ehepartner sind durch Vorlage einer Heiratsurkunde zusätzlich nachzuweisen.

Weitere Informationen zum Legalisationsverfahren erhalten Sie hier


Das Standesamt I in Berlin weist darauf hin, dass auf Grund des hohen Antragvolumens die Beurkundung längere Zeit (i.d.R. 2-3 Jahre!!) in Anspruch nehmen kann. Der Eingang des Antrags – sowie die Wirksamkeit der Namenserklärung für das Kind – werden jedoch stets kurzfristig bestätigt. Für die Beurkundung werden durch das deutsche Standesamt Gebühren in Höhe von ca. 80-100 Euro erhoben.