Taiwan-EU Dialog über „Grünes Beschaffungswesen“

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Vertreter der Europäischen Kommission, der Stadt Wien, der Europäischen Handelskammer Taiwan (ECCT) und des schwedischen Rats für Umweltmanagement hielten Präsentationen und führten Diskussionen über die weltweit führenden gesetzlichen Standards der EU sowie über generelle Erfahrungen. Rund 160 lokale und europäische Experten aus Verwaltung, Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft nahmen an der Konferenz teil.

Shin-Cheng Yeh, Vizeminister der Umweltbehörde (EPA), wies darauf hin, dass Taiwan das weltweite erste Land war, das ein Gesetz zum "Grünen Beschaffungswesen" verabschiedet hat. Seit 2002 wird in allen Regierungsministerien Grüne Beschaffung gefördert. “Green Mark”-Produkte oder andere Produkte mit einem Umweltgütezeichen müssen beim Einkauf bevorzugt werden. Regelungen zur "Grüne Beschaffung" wurden 2007 auf private Unternehmen und Bürgerinitiativen ausgeweitet. EPA setzt sich für die Förderung grüner Produktion ein und ermuntert die taiwanischen Verbraucher, Produkte mit einem Umweltgütezeichen zu wählen, so dass Energiesparen und die Reduktion von Treibhausgasen ein fester Bestandteil ihres Lebens wird.

Die EU gab ihre Richtlinie über die grüne Vergabe öffentlicher Aufträge im Jahr 2004 bekannt. Darin wurde Umweltschutz als verbindlicher Faktor bei Vergabeentscheidungen benannt. In den nachfolgenden Jahren wurde jede Produkt-, Dienstleistungs- und Tätigkeitskategorie auf ihre Umweltverträglichkeit hin bewertet, indem alle Stufen der Lebenszyklen überprüft wurden. Das Ergebnis war ein umfassendes Paket an Grünen Beschaffungsstandards, welche die Kontrolle von gefährlichen Substanzen, Energie- und Wassereinsparungen, Recycling und Wiederverwendung, Reduktion von Ölverbrauch und Schadstoffemission umfassten. Jeder Mitgliedsstaat implementiert diese Standards nun in seine eigenen Grünen Beschaffungsrichtlinien.

 
 

Quelle: Environmental Policy Monthly (EPA Taiwan), Ausgabe vom 31.01.2013