Kinmen Vorreiter bei Ökotouren

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Auf der Inselgruppe Kinmen werden ökologische Touren angeboten. Diese sollen im Rahmen eines Pilotprojektes dabei helfen, die Kohlendioxidemissionen der Inseln bis 2030 auf Null zu senken und die Attraktivität für den Tourismus steigern.  

Die Kinmen-Inselgruppe wurde als Modell für „Low Carbon“-Inseln benannt. Um die militärische Geschichte und vielfältige Natur auf der Hauptinsel zu besichtigen, können Besucher nun elektrische Touristenbusse benutzen, die auf verschiedenen Routen an ehemaligen Militärbasen, Dörfern, Museen oder Aussichtspunkten halt machen.  Die Busse sollen es ermöglichen, bequem, günstig (NT$ 10) und ohne Auto zu sonst schwer erreichbaren Orten zu gelangen und zusätzlich mehr Kunden in die dortigen Geschäfte bringen. Die Touren wurden gut angenommen und waren in der Sommerzeit stets ausgebucht. Auch auf kleineren Nachbarinseln gibt es inzwischen ähnliche Angebote. Individualreisende können sich z.B. auf Lieyu einen von 100 Elektrorollern mieten und die Insel auf eigene Faust erkunden. Zwischen Mai und September 2014 wurden die Roller bereits über 3.900-mal ausgeliehen.
Abgesehen von Angeboten für Touristen unterstützt die örtliche Regierung auch lokale Unternehmen und Haushalte dabei, nachhaltige Energie zu nutzen, etwa durch die Installation von 3.200 Solar-Wasserheizungssystemen allein im letzten Jahr. Außerdem wurden die Lampen der Straßenlaternen größtenteils durch umweltfreundliche LED-Leuchten ersetzt.
Die Idee für das  Low-Carbon Modell entstand bei der taiwanischen Nationalen Energie Konferenz 2009. Seitdem wurden in ganz Taiwan vier Low-Carbon-Städte und zwei Low-Carbon-Inseln benannt, weitere sollen folgen. Das Umweltministerium schätzt, dass das Projekt in Kinmen jedes Jahr einen wirtschaftlichen Nutzen von NT$ 821 Mio. haben wird und eine Verminderung der Emissionen um 600.000 t über die nächsten sechs Jahre bewirken kann. 

 

Quelle: http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2014/09/16/2003599839