Emissionshandel wächst weltweit

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EU diskutiert über Straffung / China macht Fortschritte:

In immer mehr Regionen und Ländern der Welt versuchen Regierungen, Treibhausgasemissionen mit Emissionshandels-Systemen einzudämmen. Das zeigt ein am 11. Februar 2015 veröffentlichter Bericht des internationalen Netzwerks ICAP, in dem sich 30 Behörden und Regierungen zusammengeschlossen haben. Zehn Jahre nach dem Start des ersten Emissionshandelssystems in der Europäischen Union „existierten mittlerweile 17 unterschiedliche Systeme auf vier Kontinenten“, fassen die Autoren zusammen.

Emissionshandelssysteme sollen dazu dienen, den Klimaschutz wirtschaftlich so kostengünstig wie möglich zu gestalten. In den Systemen werden in der Regel Höchstmengen für den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen festgelegt. Mit Zertifikaten, die zum Ausstoß berechtigen, wird dann gehandelt. Der Marktpreis soll dafür sorgen, dass Emissionen zuallererst dort vermieden werden, wo sich dies wirtschaftlich rechnet. Der Emissionshandel der EU ist mit Abstand der größte der Welt. Kritiker monieren jedoch, dass zu viele Emissionszertifikate im Umlauf seien und der Zertifikatepreis deswegen zu niedrig sei, um klimafreundliche Investitionen anzustoßen. Deshalb wird in der EU seit längerer Zeit über eine Straffung des Systems diskutiert. Allerdings wird trotz des niedrigen Preises die festgelegte Höchstmenge an Emissionen nicht überschritten.

Die Autoren des neuen Berichts heben hervor, dass sich im vergangenen Jahr mit dem US-Bundesstaat Kalifornien und der kanadischen Provinz Quebec erstmals zwei regionale Handelssysteme zusammengeschlossen haben. Alle Regionen mit Handelssystemen erwirtschaften laut Bericht 40 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. In den kommenden beiden Jahren soll diese Rate auf fast 50 Prozent steigen. Südkorea habe bereits zu Jahresbeginn ein neues Handelssystem gestartet, China mache große Fortschritte. Ein landesweites Handelssystem erwarten die Autoren in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im Jahr 2016.

Quelle: FAZ, 11. Februar 2015