Wie wird Afrika in 1000 Jahren aussehen?

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Afrika wird sich bis 3015 mit zwei gefährlichen Entwicklungen konfrontiert sehen, zum einen der Ausdehnung der Wüste und zum anderen dem steigenden Meeresspiegel, so ein Bericht des United Nations Environmental Program.

Wenn man davon ausgeht, dass der Anstieg des Meeresspiegels weiterhin bei dem jetzigen Wert 10 bis 20cm  pro Jahrhundert bleibt, wird der Meeresspiegel bis 3015 um ein bis zwei Meter steigen. Dies würde die Konturen des Kontinents dramatisch ändern. Gleichzeitig würde nur noch ein schmaler Streifen entlang des Äquators von der Desertifikation verschont bleiben.

33 der insgesamt 48 afrikanischen Staaten haben eine Küste. Hinzu kommen sieben Inselstaaten. Mindestens 25% der afrikanischen Bevölkerung leben weniger als 100 Kilometer von der Küste entfernt.

Wenn die Prognosen eintreffen, würden die Seychellen, Mauritius, Sao-Tomé-et-Príncipe und Cap Verde überschwemmt werden, ebenso wie große Teile Madagaskars. Besonders die Küsten in Westafrika sind durch Überschwemmungen bedroht, da es im Senegal, Gambia, Sierra Leone, Nigeria, Kamerun, Gabun und Angola niedrigliegende Lagunen gibt, die für Erosion anfällig sind. Auch Deltas, Mangrovenwälder und Korallenriffe, wie sie in vielen Ökosystemen entlang der Westküste vorkommen, sind durch Überschwemmungen besonders gefährdet.

Als Folge könnten auch ganze Städte überflutet werden, besonders entlang Westafrikas Atlantikküste, wie etwa Lagos in Nigeria, Abidjan in der Elfenbeinküste. Aber auch die ostafrikanischen Küstenstädte Daressalam (Tansania) und Mombasa (Kenia) sind bedroht. Auch wenn manche Städte der eigentlichen Überflutung entgehen können, würde der steigende Meerspiegel das Grundwasser versalzen und Millionen Menschen in Mitleidenschaft ziehen. Der steigende Meeresspiegel würde die Wirtschaft stark beeinflussen, da besonders in Ghana, Benin, Togo, Sierra Leone und Nigeria die Küstenregionen das Rückgrat der Wirtschaft, v.a. der Landwirtschaft darstellen.

Diese Situation wird noch verschlimmert durch Desertifikation, die etwa ein Viertel des Kontinents bedroht und vor allem durch Überstrapazierung der Böden und inadäquate Landnutzung entsteht. Etwa 485 Millionen Menschen leben im Moment am Rande der Wüste. Mithin könnte die Desertifikation sowohl Bevölkerungsgruppen vertreiben als auch Konflikte erzeugen. Schon heute sind solche Vertreibungen und Konflikte in Darfur, am Turkana-See, um den Tschad-See, und in anderen Teilen Malis, Nigers, Tschads sowie der Zentralafrikanische Republik zu beobachten. 

Damit sich der Kontinent an den Klimawandel anpassen kann, sind dem United Nations Environmental Program zufolge Investitionen in Höhe von mindestens 50 Milliarden US-Dollar bis 2050 notwendig.   

Quellen:

http://www.courrierinternational.com/article/environnement-dans-mille-ans-quoi-ressemblera-la-carte-de-lafrique (auf Französisch)

http://mgafrica.com/article/2015-04-02-mapping-the-terrible-truth-the-changing-face-of-africa  (auf Englisch)