Nachhaltigkeit in Bibliotheken

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Bibliotheken spielen in der Ausrichtung auf Nachhaltigkeit eine besondere Rolle. Als Orte des Wissens sind sie prädestiniert, das Know-How der Zeit zu vermitteln und Vorbild für neue Technologien zu sein. Dies bedeutet auch einen Beitrag zur Erfüllung der Klimaziele zu leisten.

Am 14. September veranstaltete das Goethe-Institut Taipei ein Symposium zum Thema “Nachhaltigkeit in Bibliotheken”. Die Bezirksbibliothek Beitou, ein Modellprojekt für “green building” in Taiwan, bot den passenden Rahmen für die Veranstaltung, in der Dr. Klaus Ulrich Werner von der Freien Universität Berlin und Frau Prof. Marina Stankovic von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig die praktische Anwendbarkeit von Nachhaltigkeit als Umweltkonzept in verschiedenen Bibliotheken in Deutschland darlegten.

Die Philologische Bibliothek der Freien Universität Berlin, aufgrund seiner herausragenden architektonischen Merkmale “Berliner Gehirn” genannt, setzt auch im Bezug auf Nachhaltigkeit neue Maßstäbe. Dr. Werner betonte, dass dieses Leitmotiv der Nachhaltigkeit mehr als nur die Verringerung des CO2-Ausstoßes bedeute. Ziel solle vielmehr sein, sämtliche Prozesse nach dem Konzept eines umfassenden Umweltmanagements auszurichten. Jeder (Arbeits-)Schritt solle gemäß seines Beitrags zur Nachhaltigkeit hinterfragt werden.

Dr. Werner und Prof. Stankovic erläuterten mehrere Bereiche, in denen besonders auf eine nachhaltige Entwicklung geachtet werden kann und sollte. Die Philologische Bibliothek der Freien Universität Berlin hat z.B. den Energiebedarf Jahr für Jahr gesenkt. Die Reduzierung der Betriebskosten führte zu einer höheren staatlichen Förderung und somit auch zu einer Erhöhung der Finanzmittel, welches für andere Projekte zur Verfügung steht.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Klimatisierung. Hier wurde darauf geachtet, das Volumen des Bibliothek möglichst gering zu halten, um somit auch weniger Raum heizen bzw. kühlen zu müssen. Es wurde betont, dass ein gutes nachhaltiges Gebäude immer ortsspezifisch angefertigt ist, es also keine Universallösung gibt!

Materialien für Möblierung und Innenausstattung sollten ebenfalls Nachhaltigkeit reflektieren. Beschaffungsmaßnahmen sollten nur entsprechend zertifizierte Firmen erfassen. Die Stühle des Goethe-Instituts Neu Delhi sind z.B. zu 70% wiederverwendbar. Auch bei der Beschaffung von IT-Geräten sollte auf die “grünen Aspekte” geachtet werden. Beispielsweise können statt PCs die deutlich sparsameren sogenannten “Thin Clients” für Bibliotheksnutzer angeschafft werden. In der Verwaltung kann die Sensibilisierung der eigenen Kollegen vorangetrieben und zusätzlich auf lokale Lieferanten zurückgegriffen werden, um die Transportwege möglichst kurz zu halten.

Im alltäglichen Betrieb einer Bibliothek sollte auf Mülltrennung, Recycling von Leuchtmitteln und Patronen, sowie die Umweltverträglichkeit von Reinigungsmitteln geachtet werden. An der FU Berlin ist es den Studierenden zudem nur noch möglich, Texte und Auszüge per Scanner zu digitalisieren anstatt auszudrucken, um so die Umwelt zu schonen.

Sofern Sie Interesse an weiteren Informationen über die Bibliothek der FU Berlin haben, können Sie sich hier informieren.