Erneuerbare Energie-Initiativen in Japan

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Nachdem der Nordosten Japans am 11. März 2011 von einem Erdbeben und Tsunami getroffen wurde, kam es im AKW Fukushima zu einem GAU der Stufe 7. Aufgrund des Nuklearunfalls mussten mehrere Tausend Anwohner ihre Häuser im Umfeld der Reaktoranlage räumen. Die dadurch ausgelöste Diskussion im ständig erdbebengefährdeten Japan über die künftige Nutzung der Kernenergie als „sichere Energie“ dauert derzeit noch an. Von den 54 Atomreaktoren Japans erzeugen aufgrund von Wartungsarbeiten und Sicherheitsprüfungen derzeit nur drei Strom. Die Regierung des ehemaligen Premierministers Kan hat bereits 2011 erste Schritte zur Senkung der Abhängigkeit von Atomstrom durch den Ausbau Erneuerbarer Energien unternommen.


Bemerkenswert sind neue Intitiativen von Unternehmen oder Lokalregierungen, aufgrund des finanziellen Volumens besonders die ehrgeizigen Pläne von Masayoshi Son, Präsident der Unternehmensgruppe Softbank. Die "Megasolar"-Projekte würden die Einrichtung von mindestens 20 Megawatt Solaranlagen in ganz Japan bedeuten. Die Kosten wurden mit einer Milliarde USD beziffert, wovon Son 100 Millionen USD übernehmen will.
Im Juli 2011 gelang es Son mit 35 Präfekturgouverneuren eine "Japan Renewable Energy Foundation (JREF)" zur Förderung von Erneuerbaren Energien zu gründen. Die "Megasolar"-Projekte werden für innovative Technologieunternehmen wie Softbank, Sharp, Mitsui und Kyocera, aber auch für teilnehmende Präfekturen und Städte als zukunftsträchtige wirtschaftliche Entwicklungschance gewertet.

Es gibt bereits erste sichtbare Ergebnisse. Am 15. Dezember ging ein von 10 Solarmodulherstellern betriebenes Testprojekt in der nördlichsten Präfektur Hokkaido ans Netz. Zwei weitere Projekte in der gleichen Präfektur sind bereits beschlossen und im Januar wurden weitere "Megasolar"-Projekte in den Präfekturen Hiroshima, Yamaguchi, Okayama, Shimane und Tottori vorgestellt.
Neben den Softbank-Solarprojekten existieren weitere regionale Projekte. Der aktuelle Entwicklungsstand regionaler Solarprojekte kann auf der speziell eingerichteten Webseite von "Environmental Business Japan" eingesehen werden. Solche und ähnliche lokale und regionale Projekte erhalten Fördermittel von den zuständigen japanischen Ministerien (METI, MOE, MLIT und MAFF).

Diese Initiativen haben eine breite Bewegung hin zur Fortentwicklung „Erneuerbarer Energien“ ausgelöst. Das für den 01.07.2012 beschlossene Inkrafttreten von verbindlichen Einspeisetarifen dürfte diese Entwicklung nochmals beschleunigen. Son bzw. die JREF prüfen nun auch Initiativen zur Nutzung von Windkraft und Geothermie.