Deutsch-Taiwanischer Expertenaustausch beim „International Forum on Urban Regeneration“ in Taipei am 12.11.2011

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Wie kann man eine Stadt so umgestalten, dass sie „lebenswert“ wird? Die Herausforderungen im Zusammenhang mit urbaner Regeneration sind vielfältig und erfordern oftmals planerische Bestleistungen. In Taipei mangelt es beispielsweise an öffentlichem Platz für soziale Aktivitäten. Um dem entgegenzuwirken, steht aktuell die städtebauliche Wiederbelebung von drei bisher industriell geprägten bzw. nur unzureichend in städteplanerische Konzepte eingebundener Stadtteile an. Dabei handelt es sich um das Stadtviertel Wanhua, das Industriegebiet Nangang sowie die Insel Shezi.

Im Rahmen des „International Forum on Urban Regeneration“ in Taipei wurde von deutschen und taiwanischen Experten aus dem Stadtplanungbereich über die jeweiligen Erfahrungen und Probleme sowie deren Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Die deutschen Experten kamen aus Städten, die mit internationalen Titeln bereits weltweit auf sich aufmerksam gemacht haben: Hamburg und Berlin. Erstere trägt den Titel der „Grünen Hauptstadt Europas 2011“ und letztere wurde von den Vereinten Nationen zur „Designstadt“ gekürt.

Das Forum fand am 12.11.2011 in Taipei auf Einladung der Abteilung für Stadtentwicklung des Taipei-Bürgermeisteramtes statt und setzte bereits bestehende deutsch-taiwanische Kooperationen im Bereich Stadt- und Raumplanung fort.

Zum Auftakt des Forums stellte Herr Shu Zhang, der Vorsitzende des ROC Urban Design Institute, die aktuelle Situation in Taipei vor. Daran anschließend folgten eine Einführung in die Erfahrungen der Stadt Taipei durch Herrn C. C. Lin, Direktor der URO (Abt. für Stadterneuerung/Bürgermeisteramt Taipei), sowie die Vorträge der deutschen Experten.

Herr Wilhelm Schulte (Generaldirektor im Stadtplanungs- und Nachhaltigkeitsbereich der Hamburger Stadtverwaltung) berichtete über Hamburgs neue Stadtplanungspolitik. Dabei betonte er, dass Hamburg darunter leide, nicht weiter expandieren zu können. Nachhaltigkeit stehe bei Hamburg an erster Stelle, deshalb komme kein Ausweichen in grüne Bereiche in Frage. Das vom Hafen nicht mehr benötigte Gebiet solle umgestaltet werden. Eine U-Bahn-Anbindung solle durch den Verkauf von neu gewonnenen Grundstücken finanziert werden. Ein weiteres Projekt sei der Bau eines lärmreduzierenden Autobahndeckels über die A7.

Betont wurde von Herrn Schulte zudem die Notwendigkeit des Dialogs mit Nachbarstädten. Nur wenn man auf eine gute regionale Zusammenarbeit in wirtschaftlichen und ökologischen Bereichen bauen könne, sei es auch möglich, effizient zu agieren und die Stadtumgebung nachhaltig zu verbessern.

Anschließend sprach Frau Tanja Mühlhans (Beraterin für Kreativwirtschaft/Berliner Senat für Wirtschaft, Technologie und Frauen) über Berlins kreative Industrien, und Herr Prof. Dr. Bastian Lange (Leiter des Büros für Forschung und strategische Beratung „Multiplicities-Berlin“; Gastprofessor an der Humboldt Universität Berlin) über städtische und regionale Politik zur Förderung kreativer Wirtschaft. Zwischen den einzelnen Vorträgen gab es genug Zeit für die Redner, sich in einem Symposium über die entsprechenden Projekte und Erfolge auszutauschen.

Die gelungene Koordination der Veranstaltung ist Herrn Prof. Dr.-Ing. Tse-Fong Tseng vom Institut für Stadtentwicklung und Architektur an der Staatlichen Universität Kaohsiung zu verdanken.

Weiterführende Links:

Hamburg - Green Capital 2011  
Berlins Kreativwirtschaft 

Präsentation Frau Tanja Mühlhans "Unlocking Creativity and Innovation in Berlin" (Englisch) [pdf, 1,265.93k]

Präsentation Hr. Schulte [pdf, 1,947.43k]

"New environment(s) as driver for creative economy" lecture by Prof. Dr. Bastian Lange [pdf, 2,754.04k]