Informationsreise zur Energie- und Klimapolitik Deutschlands - Taiwanische Expertengruppe in Berlin und Hamburg (13.-18. Februar 2011)

de Bild vergrößern Energieminister LIANG, Chi-Yuan (1. von links) und Umweltminister SHEN, Shu-Hung (3. von links) mit Vertretern des deutschen Bundesverbands Windenergie: Norbert Römer, Martin Heppe und Heinz Otto sowie Landwirt Peter Stehr (© Deutsches Institut)

Bereits im Vorfeld hatten die 16 Reiseteilnehmer großes Interesse am deutschen Modell geäußert, in dem ökologische Ziele inzwischen eine zentrale Bedeutung beim Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen haben. Für Taiwan ist Deutschland besonders aufgrund der ebenfalls auf den Export ausgerichteten Wirtschaftsstruktur von Interesse.

Delegationsleiter war der für Energiefragen zuständige taiwanische Minister LIANG, Chi-Yuan, der von einem weiteren Ministerkollegen, Herrn SHEN, Shu-Hung („Environmental Protection Agency“) begleitet wurde. Mit weiteren Regierungsvertretern, u.a. dem stellvertretenden Minister des Wirtschaftsministeriums, Herr HUANG, Jung-Chiou und den drei Abgeordneten des Legislativyuans (Herr TING, Shou-Chung, Frau CHENG, Li Wun, Frau TIEN, Chiu-Chin) waren Vertreter unterschiedlicher Politikansätze vertreten. Daneben nahmen mit Energieunternehmensvertretern wie dem Vorstandsvorsitzenden von "Taipower", Herr CHEN, Kuei-Ming, und Think-Tank-Vertretern auch Repräsentanten aus der taiwanischen Wirtschaft und Wissenschaft teil.

Schwerpunkte der Gespräche mit deutschen Parlaments- und Regierungsvertretern, u.a. im Bundesministerium für Wirtschaft, waren die bisherige Entwicklung der Energiepolitik Deutschlands, Konzepte für die zukünftige Energieversorgung Deutschlands und Möglichkeiten nachhaltiger Energietechnologie. Im Mittelpunkt stand hier das "Energiekonzept 2050", mit dem die Bundesregierung Leitlinien für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung vorgibt und erstmalig den Wege in das Zeitalter der erneuerbaren Energien und einer kohlenstoffarmen Wirtschaft (low-carbon economy) beschreibt.

Die Gäste aus Taiwan zeigten sich besonders interessiert an Initiativen zur Energieeffizienzsteigerung und den Auswirkungen eines derartigen Umbaus auf die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

Wie diese konkret aussehen können, ergab sich bei nachfolgenden Unternehmensbesuchen. Dazu zählten u.a. die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) mit dem Schwerpunkt "energieeffiziente Gebäude" oder die Firma "Lautlos durch Deutschland", die deutschlandweit Elektrofahrzeuge für den Privatgebrauch vermarktet. Über die konkreten Auswirkungen des "Erneuerbare Energien-Gesetzes" konnten sich die Gäste beim Besuch des Photovoltaik-Modulherstellers Inventux Technologies AG aus erster Hand informieren. Besichtigungen ergänzten das Programm, wie z.B. ein Besuch von sanierten Altbauten der GESOBAU AG im Märkischen Viertel in Berlin.

Weitere Chancen, sich über die Entwicklungen im Bereich Erneuerbare Energien aus Unternehmenssicht zu informieren, bestanden bei Terminen mit deutschen Energieunternehmensvertretern und dem Bundesverband der Deutschen Industrie.

Auf großes Interesse stieß besonders eine Diskussion zum Emissionshandel mit Vertretern der Deutschen Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt. In Hamburg, der Umwelthauptstadt Europas 2011, standen neben weiteren Unternehmensbesuchen die Möglichkeiten auf lokalpolitischer Ebene und von Kleinunternehmern im Mittelpunkt. In einem Zusammentreffen mit dem Bundesverband Windenergie in Hamburg beeindruckte die Gäste insbesondere die Möglichkeit, auch mit verhältnismäßig geringem Aufwand in nachhaltige Energiegewinnung investieren zu können.

Bereits vor Ort vereinbarten die Reiseteilnehmer eine Reihe weiter gehender Kontakte mit ihren Gesprächspartnern. Ein erstes konkretes Ergebnis der Reise wird die Präsentation diverser deutscher Politikansätze im Energie- und Klimabereich im Rahmen einer wöchentlich Radio-Talkshow-Serie des ehemaligen taiwanischen Außen- und Umweltministers CHIEN, You-Hsin sein.

de Bild vergrößern Delegation mit Unternehmensvertretern beim Besuch eines deutschen Solartechnik-Unternehmens (© Inventux)