Symposium "Lebenszykluskostenbewertung/Projektlaufzeit-Kalkulation bei öffentlichen Ausschreibungen und der Stadplanung"

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Wie lassen sich Vergabekriterien für öffentliche Ausschreibungen festlegen, die Innovation und Nachhaltigkeit fördern? Wie müssen Projektkosten kalkuliert werden, um tatsächlich das langfristig günstigste Angebot für ein öffentliches Projekt auszuwählen?

Nur zwei der Fragen, die beim Erfahrungsaustausch deutscher Experten mit dem  Council of Economic Development and Planning (CEPD) im Rahmen des gemeinsam mit dem Deutschen Institut veranstalteten Symposiums am 03. Dezember 2010 diskutiert wurden.

Der CEPD ist federführend in der strategischen Planung von Infrastrukturprojekten in Taiwan. Ministerin Dr. Liu hatte in ihrer Begrüßung darauf hingewiesen, dass Taiwan dankbar für derartigen Erfahrungsaustausch ist. Die taiwanische Regierung plant umfangreiche Infrastrukturprojekte. Die dafür vorgesehenen Finanzmittel sollen im Sinne des taiwanischen Steuerzahlers möglichst zielgerecht und nachhaltig genutzt werden. Es geht also um die Suche nach der auch über einen längeren Zeithorizont besten Lösung beispielsweise durch Evaluierungen der Lebenszykluskosten einer Investition.

Dirk Hoffmann, ein Experte und u.a. Lehrbeauftragter an der Landesakademie Sachsen für Vergabeprozesse, stellte Möglichkeiten zur Verbesserung des Vergaberechts bzw. -systems vor. Beispielhaft erläuterte er den "wettbewerblichen Dialog". Dieser ermöglicht die frühzeitige Einbindung von Experten in die Projektplanung. Diese Experten sind zwar später beim Projekt oft als Mitbieter beteiligt, können so aber frühzeitig das in der Branche vorhandene Innovationspotential transparent machen. Die ausschreibende Behörde erhält aktuelle Hinweise zu verfügbaren Produkten oder Dienstleistungen, die bei der Ausschreibung berücksichtigt werden können. Es können aber auch sehr einfache Maßnahmen zu einer Ausweitung des Bieterkreises führen. Herr Hoffmann thematisierte die aktuelle Praxis der Übersetzung taiwanischer Spezifikationen und die Zulassung neutraler Schiedsgerichtsmöglichkeiten.

Mike Weber vom Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme trug zur aktuellen Praxis und den in Deutschland/Europa gemachten Erfahrungen bzw. der laufenden Diskussion im Vergaberecht vor. Wirkungsvolle Handlungsmöglichkeiten liegen häufig in der Hand des Gesetzgebers, wie er mit Verweis auf die Neuerungen der entsprechenden deutschen Vorschriften verdeutlichte.

Beide Präsentationen finden Sie unten stehend auf dieser Seite. Die Referenten befanden sich vermittelt durch das Deutsche Institut auf Einladung des EU-Handelsbüros (EETO) und der EU-Handelskammer in Taiwan (ECCT) anlässlich eines Seminars zu öffentlichen Ausschreibungen in Taipei.