Experten informieren über deutschen Entwicklungsstand von Technologien zur CO2-Reduzierung

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Die Abscheidung von Kohlenstoffdioxid (CO2), insbesondere aus Verbrennungsabgasen, und dessen Lagerung in unterirdischen Gesteinsschichten auf unbegrenzte Zeit gilt als eine wichtige Technologie zur Verringerung des CO2-Ausstoßes und trägt damit zur Verhinderung des Klimawandels bei. Emissionshandelssysteme erkennen entsprechende CO2-Einsparungen an. Taiwan verfügt über  vielversprechende geologische Voraussetzungen (Kalksteinvorkommen, ausgebeutete Öl- und Gasfelder) zur Einlagerung von 3 bis womöglich gar 13 Mrd. Tonnen CO2. Die taiwanische Regierung beabsichtigt, 19% des bis 2050 gesetzten CO2-Reduktionsziels von 50% (zum Basisjahr 2000) über CCS-Technologie zu erreichen. Forschung und Technologieentwicklung sind in Deutschland bereits weit fortgeschritten. Ein Informations- und Erfahrungsaustausch mit Taiwan fand dazu jedoch bisher kaum statt.

Um Kontakte mit deutschen Wissenschaftlern und Experten zu befördern, hat das Deutsche Institut eine Initiative der taiwanischen  "Environmental Protection Agency (EPA)" und des "Industrial Technology  and Research Institute (ITRI)" aufgegriffen. Beide Organisationen  waren am 24. und 25.08. Veranstalter einer "Internationalen Konferenz  für Technologien zur Treibhausgasreduzierung", in der sich taiwanische Wissenschaftler, Regierungs- und Unternehmensvertreter über den  aktuellen Entwicklungsstand der Technologie und politische Rahmenbedingungen informieren konnten. Auf Betreiben des Deutschen Instituts trugen auch zwei  deutsche Experten vor: Herr Bernhard Puerzer von der Linde AG und Herr Gerhard Heinz von der Alstom Carbon Capture GmbH in Mainz-Kastel (Hessen). Beide Experten stellten den Forschungs- und Entwicklungsstand unterschiedlicher, kurz vor der Marktreife stehender CCS/U-Technologien vor und informierten über die rechtliche und praktische Situation ihrer Implementierung in Deutschland und Europa. Es besteht die Hoffnung, durch diesen Austausch dauerhafte Kooperationen zwischen Deutschland und Taiwan bei Entwicklung, Erprobung und Anwendung zu etablieren.

Im Rahmen der Diskussionen im Beisein des taiwanischen Umweltministers Shen wurde deutlich, dass  langfristige politische Zielvorgaben und verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich sind, um eine rasche Technologieentwicklung und -implimentierung sicher zu stellen. Nur so könnten Anlagenbetreiber Kostenkalkulationen entwickeln. Dazu gehört wesentlich auch die Bepreisung von CO2, wozu derzeit ein Gesetzentwurf im taiwanischen Parlament debatiert wird. Um die Technologie zur Marktreife hin zu erproben, bedarf es integrierter Projekte, welche die CO2-Extraktion aus Produktionsprozessen direkt mit einer anschließenden Lagerung in Pilotprojekten verbindet. In Taiwan bestehen dazu u.a. in der Zementindustrie oder bei der Stromproduktion interessante Potentiale.

Die Präsentationen von Herrn Pürzer und Herrn Heinz in englischer  Sprache stehen auf dieser Seite zum Download für Sie zur Verfügung.