Die Entwicklung der deutschen Treibhausgasemissionen

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Zwischen 1990 und 2012 haben die Treibhausgasemissionen Deutschlands um knapp 26% abgenommen. Deutschland hat im Jahr 2012 Treibhausgase mit einer CO2-Äquivalenten Masse von 931 Millionen Tonnen ausgestoßen. Das sind 11,4 Tonnen pro Person und Jahr. Ein Großteil dieser Emissionen ist energiebedingt (ca. 80%). Sie entstehen also bei der Verbrennung von Energieträgern (z.B. Öl, Kohle und Gas) in den Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr, Haushalte und Gewerbe. Die nicht-energiebedingten oder diffusen Emissionen werden überwiegend in der Landwirtschaft und in industriellen Prozessen freigesetzt.

In den ersten zehn Jahren des neuen Jahrhunderts ist der Treibhausgasausstoß relativ kontinuierlich gesunken. 
Nach vorläufigen Zahlen des Umweltbundesamtes sind die Emissionen von 2011 auf 2012 allerdings um 1,6% gestiegen. Dieser Anstieg hat zwei wesentliche Ursachen. Zum einen wurde im Jahr 2012 aufgrund eines extrem kalten Winters mehr geheizt als ein Jahr zuvor, zum anderen haben die Anteile von Braun- und Steinkohle an der Stromerzeugung zugenommen, zu Ungunsten der emissionsärmeren Stromerzeugung aus Kernenergie und Gas.

Trotz der Energiewende sind die Treibhausgas-Emissionen 2012 in Deutschland gestiegen. Das zeigt, dass es schwer werden wird, das von der Bundesregierung gesteckte ehrgeizige Ziel von 40% Emissionsminderung bis 2020 zu halten. Vor allem dann, wenn neben dem Stromsektor nicht auch noch in anderen Bereichen weitere Anstrengungen unternommen werden. Insbesondere Fortschritte im Transport- und Wärmesektor sind unabdingbar zur Erreichung der Ziele. Daher muss auch der europäische Emissionshandel weiter gestärkt werden. Dazu gehört, dass auch der Transportsektor künftig in das „cap and trade“ einbezogen wird und dass frühzeitig Emissions-Minderungsziele für 2030 auf europäischer Ebene festgelegt werden. Fehlt das politische Signal, so wird in eine emissionsintensive Infrastruktur investiert, die die Ziele der Energiewende riskiert.

Quelle: IASS Potsdam, Newsletter Mai 2013