Deutschland schreitet in Sachen Gebäudesanierung voran

Bild vergrößern

Während viele beim Thema Energiewende zuerst an Solaranlagen und Windparks denken, ist die Sanierung des Gebäudebestands ebenso wichtiger Bestandteil eines nachhaltigen Energiekonzepts. Der Gebäudebestand frisst jährlich satte 40% der Endenergie Deutschlands und verursacht 30% des CO2-Ausstoßes. In den 19 Millionen Gebäuden Deutschlands liegt so tatsächlich das größte Potenzial für Energieeinsparungen. Während der Energieverbrauch von Neubauten ca. 50 Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr beträgt, liegt der deutsche Durchschnittswert zurzeit bei 177 (kWh). Mit Sanierungsmaßnahmen wie die Wärmedämmung von Wänden und Dächern sowie die Erneuerung von Fenstern und Heizungsanlagen können ältere Gebäude in puncto Energieeffizienz aufholen. Technisch möglich sind bereits Null-Emissions- und Energie-Plus-Häuser.

Die Bundesregierung hat die Bedeutung der Gebäudesanierung erkannt und in ihrem Energiekonzept von 2010 ehrgeizige Ziele zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt. So soll der Energiebedarf der Häuser bis 2020 um 30% und bis 2050 um 80% reduziert werden. Laut EU-Vorschriften müssen ab 2020 alle Bürogebäude Null-Emissionsgebäude sein.

Hauptinstrumente zur Förderung von Gebäudesanierungen sind das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau und das Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien. Mit diesen Förderinstrumenten konnten seit 2006 118 Mrd. Euro in Sanierungsvorhaben investiert werden. Die Menge der dadurch eingesparten Energie entspricht der Leistung von zwei Kernkraftwerken und reduziert den jährlichen CO2-Ausstoß um sechs Millionen Tonnen.

Um die Ziele des Energiekonzepts bis 2050 zu erreichen, muss jedoch die Sanierungsrate von derzeit 1% mindestens verdoppelt werden. Dafür müssen die zur Verfügung stehenden Fördermittel deutlich erhöht und die Abhängigkeit der Fördermittel vom Bundeshaushalt reduziert werden. Die Bundesregierung prüft, welche haushaltsunabhängigen Finanzierungsmaßnahmen (beispielsweise eine Energieabgabe) sich eignen würden, um langfristig konstante Förderung und damit mehr Planungssicherheit zu gewährleisten.