Ab sofort ist Biomüll komplett für die Tonne - die Biotonne

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Seit Januar 2015 kann sich in Deutschland keiner mehr aus der Pflicht stehlen: Eine Biotonne gehört spätestens jetzt gesetzlich zum Hausinventar. Und diese muss auch genutzt werden, denn Bioabfälle werden nun in ganz Deutschland getrennt vom normalen Hausmüll gesammelt. Es ist Ländersache, die Einhaltung dieses neuen Gesetzes zu überprüfen. Bis jetzt weist die Mülltrennung deutscher Haushalte noch großes Potenzial auf, denn pro Jahr werden bisher nur rund vier Millionen Tonnen Bioabfall eingesammelt, der Rest landet mit dem Hausmüll in einer Müllverbrennungsanlage. Das heißt, durchschnittlich 62 Kilo an Gemüse-, Obst-, und Essensreste gehen pro Kopf verloren bzw. werden nicht eingesammelt.
Getrennter Biomüll kann zur Energieerzeugung in Biogasanlagen verarbeitet werden. Das senkt den Maisanteil mit all seinen negativen ökologischen Auswirkungen und nutzt Ressourcen effizienter. Auch die Landwirtschaft profitiert von dem gesonderten Abfall als Dünge- und Bodenverbesserungsmittel.

Das neue Gesetz ruft allerdings auch neue Lobbyisten auf den Plan. Für den Absatz von Ökobeuteln ist eigens ein Lobbyverband gegründet worden. Rund 150 Millionen Beutel pro Jahr beträgt das Marktpotenzial allein in Deutschland. Die biologische Abbaubarkeit dieser Beutel ist unter Fachleuten allerdings noch sehr umstritten, sodass Experten wie Thomas Fischer von der deutschen Umwelthilfe immer noch zur alten Methode der Biomülleimer mit Zeitungseinlage raten.

Auch der finanzielle Mehraufwand ist eine Sorge vieler Bürger; so schließt die Bundesregierung eine Kosten- und Gebührensteigerung für Abfall nicht aus. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und konsequent das Gesetz nun von Bürgern und Kommunen angenommen und umgesetzt wird.

Quelle: Tageszeitung "Die Welt"