Keine Blackouts - Stromnetz besteht Sonnenfinsternis-Stresstest

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Erst große Anspannung, dann Schulterklopfen:
Das deutsche Stromnetz hat den Stresstest Sonnenfinsternis nach Angaben der Betreiber mit Bravour bestanden. Die Sonnenfinsternis führte zu keinen Blackouts. Für den Energiewende-Vorreiter Deutschland war dies ein wichtiger Test.

Die Herausforderung war enorm: Nach der maximalen Abdeckung der Sonne durch den Mond - je nach Ort bis zu 83 Prozent - hätten die Netze innerhalb kurzer Zeit einen gewaltigen Solarstrom-Anstieg verkraften müssen.  Am Freitagmorgen (20. März 2015) speisten Solaranlagen bei meist wolkenlosem Himmel noch 14.000 Megawatt Strom ein - mit Beginn der Sonnenfinsternis, als der Mond sich vor die Sonne schob, schrumpfte die Menge auf unter 7.000 Megawatt. Nach der Finsternis schoss die Solarproduktion dann auf knapp über 20.000 Megawatt hoch - das entspricht der Leistung von etwa 15 Kernkraftwerken.

Um die Netze während des Himmelsspektakels stabil zu halten, mussten die Experten nur minimal eingreifen. Vor allem Pumpspeicherkraftwerke sprangen ein, vorsichtshalber fuhren auch einige Aluminiumwerke, die viel Strom verbrauchen, ihre Produktion herunter. Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW hatten sich monatelang vorbereitet. Während der Sonnenfinsternis gab es Telefonkonferenzen mit ausländischen Kollegen.

Die Sonnenfinsternis galt als ernste Bewährungsprobe für Europas Energiewende-Vorreiter Deutschland, wo schon rund 39.000 Megawatt Solarleistung installiert sind. Bei der letzten vergleichbaren Sonnenfinsternis 1999 gab es kaum Solaranlagen in Deutschland, daher war die Sonnenfinsternis dieses Jahr Neuland. Bei der nächsten partiellen Sonnenfinsternis im Jahr 2022 wird der Stresstest noch größer sein, weil der Ausbau der erneuerbaren Energie rasch vorangeht.

 

Quelle: dpa-Artikel