Elektromobile made in Germany

de Bild vergrößern Kumpan, Modell 1953 (© http://de_de.kumpan-electric.com)

Deutsche Gründer tüfteln an eRollern und setzen auf ausgefallenes Design

Der 29-jährige Daniel Tykesson und seine zwei Brüder haben elektrische Zweiräder namens Kumpan entwickelt, die Motorrollern aus den Fünfzigerjahren exakt nachgeahmt sind. Bis zu drei herausnehmbare Akkus in der Sitzbank liefern den Strom. Die Akkus können mit einem Standardladegerät an jeder Steckdose in nur 2,5 Stunden aufgeladen werden. Die Reichweite beträgt je nach Modell bis zu 120 Kilometer. Bei den drei herausnehmbaren, parallelgeschalteten 9kg schweren Lithium-Akkus handele es sich, so die Gründer, um eine Weltneuheit. Eine App informiert über den Akkustand und den Luftdruck der Reifen. Seit 2015 gibt es mit dem Modell „1950“ auch einen klappbaren Tretroller.

Die Firma mit 25 Beschäftigten setzt mittlerweile mehr als tausend Fahrzeuge pro Jahr ab, obwohl der Preis mit mindestens 3.000 Euro deutlich höher liegt als bei chinesischen Importmodellen. Nichtdestotrotz hat das Unternehmen vor zwei Jahren zum ersten Mal die Gewinnschwelle erreicht. Die Brüder bekamen einen Startkredit von der Kreissparkasse. Mittlerweile können sie sich ein Gehalt aus den Einkünften der Firma zahlen. Bislang haben sich in Westeuropa nur Peugeot und BMW an die Produktion von eRollern gewagt. So haben Daniel Tykesson und seine Brüder bereits vier Jahre Vorsprung vor den anderen großen Konzernen.

Die Initiatoren des Motorrollers E-Schwalbe waren leider weniger erfolgreich mit ihrer Idee, die alte DDR-Motorradmarke als Elektroversion im ostdeutschen Retro-Look auferstehen zu lassen. Das Projekt scheiterte an technischen Problemen und unzureichendem Startkapital.

Eine ungewöhnliche, stilvolle Alternative für die Stadt ist der Scrooser, ein Tretroller mit dicken Rädern. Der Scrooser lässt sich sitzend und stehend fahren und erinnert an einen Kinder-Tretroller. Er funktioniert mit einem Impulsantrieb, d.h. mit einem Elektroantrieb, der sich nur auf einen mechanischen Impuls hinzuschaltet, hier durch Anschieben mit dem Fuß. Die Reichweite beträgt bis zu 55km. Der Lithium-Ionen-Akku muss 3,5 Stunden lang aufgeladen werden. 2015 sollen 500 der 4.000 Euro teuren Roller verkauft werden.

Tim Ascheberg (33) und sein Schulfreund Jörn Jacobi (31) haben den Scuddy entwickelt, der vorne zwei Räder und hinten eines hat. Der Elektromotor beschleunigt bis zu 90 km/h. Praktisch ist, dass der Scuddy sich falten und dann wie ein Rollkoffer befördern lässt.

Im Moment ist der Markt für Elektroroller noch klein; die Stückzahlen sind niedrig. Hier bietet sich für kleine Hersteller die Chance, mit ausgefallenen Produkten zu hohen Preisen exklusive Kunden zu erreichen. Alle hoffen auf den Durchbruch, bevor große Autokonzerne den Elektroroller-Markt angreifen.

 

Quellen:
Artikel aus Zeitschrift Spiegel
Webseite "Kumpan-Electric"
Nachrichten N24
Nachrichten Ecomento