Merkel und Hollande rufen zum Endspurt für den Klimaschutz auf

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Beim Petersberger Klimadialog am 19. Mai forderten Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande die anderen Industrieländer auf, alles Mögliche zu tun, damit während der COP21 (Conference of the Parties) im Dezember in Paris ein verbindliches Klima-Abkommen für über 190 Staaten erreicht werden kann.

So kündigte Merkel mehr Hilfe für arme Länder für deren Anpassung an den Klimawandel an, damit sie sich gegen Dürren, Stürme und Überschwemmungen wappnen können. Hierfür sollen die Hilfsgelder von heute jährlich 2 Mrd. auf 4 Mrd. Euro verdoppelt werden. 

Beim Klimagipfel vor sechs Jahren in Kopenhagen hatten die Industrieländer zugesagt, ab 2020 jährlich 100 Mrd. USD öffentliche und private Mittel für Entwicklungsländer zu mobilisieren. Merkel hob hervor, dass gerade einmal ein Drittel erreicht sei und noch weitere 70 Mrd. USD fehlten. Bis Ende des 21. Jahrhunderts müsse die Dekarbonisierung erreicht werden.

Auch Hollande betonte die Wichtigkeit eines Finanzierungsmodells, ohne das es kein Abkommen geben könne. Lange vor der Konferenz in Paris müssten die Vorbedingungen geklärt sein. Hollande räumte ein, dass die bisher angekündigten nationalen Ziele der Staaten zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen noch nicht ausreichten, um die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Merkel rief deshalb zu einem ehrgeizigen „Schlussspurt“ auf.

Wichtigstes Instrument soll der Ausbau eines weltweiten Handels mit Verschmutzungsrechten auf der Basis eines robusten CO2-Preises werden. Bereits heute müssen Konzerne in Europa diese CO2-Zertifikate für jede ausgestoßene Tonne Kohlendioxid kaufen. bereits heute. Aufgrund des zu niedrigen Preises steht der EU-Emissionshandel jedoch vor großen Herausforderungen.

Beim „Petersberger Klimadialog“ handelt es sich um ein Treffen von Ministern und Vertretern aus etwa 35 Ländern, die sich zu informellen Gesprächen in Berlin treffen, um sich auf den jährlichen Klimagipfel vorzubereiten. Er wurde er auf Anregung Merkels im Mai 2010 als Follow-up zur UN-Klimakonferenz in Kopenhagen (COP 15) und gleichzeitig als Vorbereitung auf COP 16 in Cancun ins Leben gerufen.

Quellen:
Bundesumweltministerium
"Die Zeit"