Tagesspitzenleistung: 78% der am 25.07.2015 in Deutschland verbrauchten Energie stammten aus erneuerbaren Quellen

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Neuer Rekord: Am 25. Juli stammten 78% der verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen, damit wurde der bisherige Tagesspitzenwert von 74% aus dem Mai 2014 übertroffen.

Ausschlaggebend für den hohen Anteil der erneuerbaren Energien am totalen Stromkonsum an diesem Tag waren die idealen Wetterbedingungen: Starke Winde im Norden und sehr sonniges Wetter im Süden sorgten dafür, dass Windräder und Solaranlagen Höchstmengen produzierten. Bei einem Gesamtstromverbrauch von 61,1 Gigawatt stammten am 25. Juli 47,9 GW – inklusive Biomasse und Wasserkraft – aus alternativen Quellen.

Im ersten Halbjahr 2015 wurde zudem in Deutschland 33% des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug dieser Wert 27,8%. Im Jahre 2000 waren es lediglich 6,2%. Damit wird Deutschland sein Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2025 auf 40 bis 45% auszubauen, wahrscheinlich schon 2020 erreichen können. Ausschlaggebend für die Steigerung ist vor allem die Windenergie. Durch starke Stürme zu Beginn des Jahres sowie den signifikanten Ausbau der Offshore-Windparks konnte in der ersten Jahreshälfte etwa 39% mehr Strom durch Windkraft erzeugt werden als im Vorjahreszeitraum.

 

Ein milder Winter sowie der rasante Ausbau an alternativen Energiequellen führten zudem zu einer Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2014 um 4,3% gegenüber dem Vorjahr. Die CO2-Emissionsmenge in Deutschland hat so den niedrigsten Stand seit 1990 erreicht. Dies sind ermutigende Nachrichten angesichts der großen Herausforderungen der Energiewende.

Nach der nuklearen Katastrophe im japanischen Fukushima 2011 beschloss die Bundesregierung die Abschaltung aller deutschen Kernkraftwerke bis zum Jahr 2022. Die zwei weiteren ambitionierten Ziele: Bis 2050 wird der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid um 80% reduziert und der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromanteil bis 2035 auf 60% erhöht.

Momentan erfolgt die Energieversorgung immer noch zu 44% aus Kohle (Braun- und Steinkohle) und zu 18% aus Kernenergie. Um die beschlossenen Ziele bis 2035 bzw. 2050 zu erreichen, ist eine weitere Umstrukturierung der deutschen Energielandschaft notwendig. Klimaschädliche Kohle-, Öl- und Gas-Kraftwerke werden nacheinander abgeschaltet.

 

Ein Anteil von 33% erneuerbarer Energie am kompletten Stromverbrauch ist für ein hochindustrialisiertes Land ein hervorragendes Ergebnis. Deutschland zeigt, dass Industrieproduktion mit Wirtschaftswachstum und Reduzierung des CO2-Ausstoßes kein Widerspruch sind und dient als Vorbild für viele andere Länder!

 

Quellen:
Thinkprogress.org
Deutsche Botschaft London