Deutschland: 10 Maßnahmen für den Umweltschutz

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1. Im Mittelpunkt: Der Atomausstieg

Der Atomausstieg steht im Mittelpunkt der Energiewende. Anfang 2011 waren 17 Atomkraftwerke in Betrieb. Bis 2022 wird das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet sein. Die Lücke in der Energieversorgung wird durch erneuerbare Energien, Gasturbinen und Energiesparen geschlossen werden.

2. Staatliche Unterstützung: Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)

2014 wurde das Erneuerbare Energien Gesetz in wesentlichen Teilen aktualisiert und ist seitdem die treibende Kraft hinter der Energiewende. Das EEG priorisiert erneuerbare Energien im Stromnetz und stellt sicher, dass Investoren unabhängig von den tatsächlichen Strompreisen kompensiert werden. Dies führte bereits zu steigenden Investitionen und niedrigeren Preisen für erneuerbare Energien. Das EEG stößt auf großes Interesse: es ist das meistkopierte deutsche Gesetz im Internet!

3. Für schlechtes Verhalten bezahlen: Die Öko-Steuer

Die Ökosteuer besteuert umweltunfreundliche Aktivitäten, insbesondere die Benutzung von fossilen Brennstoffen. Deutschland erhebt darüber hinaus seit 1951 eine Ölsteuer, die zuletzt auf 0,65 Euro pro Liter erhöht wurde.

4. Verlorene Energie zurückgewinnen: Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz

Kraft-Wärme-Kopplung ist eine Methode der Rückgewinnung von Energie, die bei der Stromerzeugung üblicherweise verloren geht, und steigert somit die Energieeffizienz. Das 2002 verabschiedete Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz gibt vor, dass 25% des erzeugten Stroms aus rückgewonnener Energie aus Heizkraftanlagen stammen muss.

5. Energieeffizienter Bauen: Das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG)

40% aller Energie wird in Gebäuden verbraucht, vor allem beim Heizen. Das EEWärmeG setzt das Ziel, erneuerbare Wärmequellen bis 2020 auf 14% zu erhöhen. Neue Gebäude müssen speziellen gesetzlich festgelegten Anforderungen entsprechen, die Renovierung älterer Gebäude wird subventioniert.

6. Das Stromnetz ausbauen: Das Netzausbaubeschleunigungs-Gesetz

Damit erneuerbare Energie die Verbraucher erreicht, muss das Stromnetz ausgebaut werden. Die Vorgaben des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes werden aktuell im Detail noch festgelegt.

7. Ebenso wichtig: Energiesparen

Auch Energieeffizienz ist ein wichtiger Pfeiler der Energiewende. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) regelt energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden und fördert die Sanierung älterer Gebäude. Innerhalb der nächsten 33 Jahre sollen alle Häuser nach neuen Standards saniert worden sein.

8. Öko-bewusstes Design:

Die Ökodesign-Richtlinie, ursprünglich eine EU-Initiative, reguliert Produkte mit schlechter Umweltbilanz, vor allem Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, elektrische Motoren, Staubsauger, Glühbirnen und Gefriertruhen. Diese Maßnahmen sollen den Energieverbrauch in der EU um weitere 12% senken.

9. Alternative Verkehrsmittel fördern:

Fast 90% aller Deutschen leben in der Nähe einer Bushaltestelle oder eines Bahnhofs. Deutschland verfügt über ein gut ausgebildetes öffentliches Verkehrs- und Fahrradwegesystem. 200 Langstreckenfahrradwege ziehen sich über 70.000 km durchs Land.

In vielen Städten wie etwa Freiburg oder Tübingen ist Fahrradfreundlichkeit ein wichtiger Teil der städtischen Umweltpolitik. Gerade jüngere Leute nutzen häufig Car-Sharing-Angebote.

10. Müll recyceln

Deutschland ist im Ausland für sein kompliziertes Recycling-System berühmt und berüchtigt. Recycling ist ein weiterer wichtiger Teil der Energiewende. Nicht recycelter Müll muss verbrannt werden, was zu weiterer CO2-Emissionen beiträgt. NGOs arbeiten an der weiteren Verbesserung des Müll-Recycling-Systems.

 

Quelle: Webseite Young Germany