Europas Umwelthauptstadt 2017 liegt in Deutschland

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Seit 2010 vergibt die Europäische Kommission einmal im Jahr und mit zwei Jahren Vorlauf den Titel „Umwelthauptstadt Europas“. Damit zeichnet die Kommission europäische Städte mit einer Mindestgröße von 100.000 Einwohnern aus, die sich um Umweltschutz und Nachhaltigkeit besonders verdient gemacht haben. In diesem Jahr ging der Titel zum zweiten Mal an eine deutsche Stadt: Essen im Ruhrgebiet. Die ehemalige Hauptstadt der Stahlindustrie findet sich damit in einer Liga mit den vorherigen Preisträgern Ljubljana (2016), Bristol (2015), Kopenhagen (2014), Nantes (2013), Vitoria-Gasteiz (2012), Hamburg (2011) und Stockholm (2010). Ausschlaggebend für die Preisvergabe sind Indikatoren wie Luftqualität, der Ausbau des Nahverkehrs, grüne Stadtgebiet, die Handhabung von Abfällen und der Energieverbrauch. Essen wurde besonders für seine Errungenschaften im Bereich der Biodiversität, des rückläufigen Wasserverbrauchs und die Teilnahme an zahlreichen Initiativen für die Reduzierung des Treibhausgasausstoßes ausgezeichnet. 

Dass Klimaschutz nicht langweilig sein muss, sondern durchaus auch mit Humor betrachtet werden kann, haben zuvor zum Beispiel Bristol und Kopenhagen gezeigt. George Ferguson, Bürgermeister von Bristol, hat den sogenannten „Aa-Bus“ ins Leben gerufen, eine Buslinie, die mit menschlichen Ausscheidungen betrieben wird. In Kopenhagen fahren bereits 45% der Schüler und Berufstätigen mit dem Fahrrad zur Schule bzw. zur Arbeit. Um diese Zahl noch zu erhöhen, hat Kopenhagen das „Rad-Diener“-Programm initiiert. Wenn Fahrräder jetzt an unerlaubter Stelle abgestellt werden, werden sie eingesammelt. Bei Abholung erwartet den Besitzer aber nicht eine Gebühr, sondern eine frisch geölte Kette und aufgepumpte Reifen. Damit soll das Fahrradfahren noch attraktiver gemacht werden. Die Bewerbungsfrist für Europas Umwelthauptstadt 2018 endet im Oktober 2015. 

 

Quellen:
Artikel Deutsche Welle
Webseite Europäische Kommission