Deutsche Energiewende – ein Zwischenfazit

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Das Ziel der Bundesregierung, im Jahr 2020 35% des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, rückt in erreichbare Nähe. Bereits im Jahr 2012 wurden 23% der Bruttostromversorgung aus erneuerbaren Energien zu Verfügung gestellt. Das ist ein Anstieg von 6 Prozentpunkten seit 2010. Bis 2050 sollen 80% des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien stammen. 2.800 km neue Stromleitungen sollen laut Netzentwicklungsplan 2012 bis 2020 errichtet werden. Außerdem soll Strom aus erneuerbaren Energien intensiver in die existierenden Stromnetze integriert und der Ausbau von Anlagen und Netzen besser aufeinander abgestimmt werden.

Das im Jahr 2000 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das einen festen Vergütungssatz und den Vorrang der Einspeisung erneuerbarer Energien festlegt, wurde in den letzten beiden Jahren so angepasst, dass die Anlagen- und Einspeisepreise von Ökostrom kontinuierlich sanken.

Ein weiterer Erfolg liegt in der Wärmeerzeugung: seit 2006 hat sich die Zahl der Solarwärmeanlagen in Wohnhäusern verdoppelt. Den Anreiz dafür bietet das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, das dem Ausbau von Solar-, Erd-, und Umweltwärme sowie der Nutzung von Biomasse und –gas dient.

Bis 2017 gibt es Übergangsregelungen, die die Stromversorgung vor allem während der Wintermonate gewährleisten.

Durch die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird die Errichtung modernster Kraftwerke zur Überbrückung von Stromengpässen sichergestellt. KWK-Anlagen erzeugen Strom und Wärme in einem Prozess; sie sind somit wesentlich effizienter als herkömmliche Werke.

Trotz der Erfolge gibt es auch weiterhin große Herausforderungen. In Deutschland wird zurzeit mehr Strom produziert als genutzt wird. Die Überkapazitäten führen zu stark sinkenden Großhandelspreisen für Strom, die allerdings noch nicht bei allen Endverbrauchern ankommen und die Investitionsplanung erschweren. Effiziente Speichertechnologien, für deren Förderung die Bundesregierung in den nächsten Jahren bis zu €200 Mio. zur Verfügung stellt, sind noch in der Entwicklung. Die Regierung unterstützt dabei auch schon die Nutzung kleinerer Speicher für den Hausgebrauch.

In Zukunft muss die Bundesregierung auch weiterhin eine stabile Preisentwicklung sicherstellen. Außerdem muss eine sichere Stromversorgung über moderne Netze gewährleistet werden, da die Energieproduktion bei erneuerbaren Quellen oft schwankt. Das EEG soll weiterhin reformiert werden, um sich neuen Entwicklungen anzupassen.

Quelle: Dossier Energiewende 2013. Bundesregierung.