Wenn die Windräder sich nicht mehr drehen

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Windenergie gewinnt in Deutschland immer mehr an Bedeutung: Bereits 10% des deutschen Energiebedarfs werden von aktuell rund 24.000 Windrädern erzeugt. Allerdings gibt es ein Problem: Die Entsorgung der Windräder. Nach gewöhnlich 20 bis 25 Jahren müssen die dann nicht mehr wirtschaftlichen Windräder abgebaut werden. Doch der Abbau ist nicht weniger aufwändig, als es auch schon der Aufbau war. Von den Einzelteilen des Windrads wird so viel wie möglich recycelt. Schrott wird eingeschmolzen und in der Stahlproduktion neu verwendet, Generator und Getriebe werden im Ersatzteillager auseinander genommen, der Beton landet als Schotter auf den Straßen. Das größte Problem verursachen allerdings die Rotorblätter, denn sie sind nicht nur umständlich abzutransportieren, sondern auch die Materialzusammensetzung ist zumeist schwer trennbar. Oftmals umhüllen Glasfasermatten eine Holzlage, manchmal sind auch Kohlefasern verarbeitet. Da echtes Recycling dadurch fast unmöglich wird, setzt man auf effiziente Weiterverwendung: Rotorblätter auf Glasfaserbasis dienen durch ihre Verbrennung der Energieerzeugung und die Asche als Zementzusatz. Bei den hochwertigen Kohlefasern hingegen lohnt sich die aufwändige Materialtrennung, denn sie  können einfacher recycelt werden. Gleichzeitig existiert aber auch ein lukrativer Markt vor allem in Osteuropa für gebrauchte Windkraftanlagen, so wird das Recyclingproblem erstmal vertagt.

Quelle: Magazin Spiegel