Inbetriebnahme des weltweit ersten Wasserstoff-Hybridkraftwerkes

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Bei der Gewinnung von Ökostrom, insbesondere bei Wind- und Sonnenenergie, ist nach wie vor ein entscheidendes Hindernis die mangelnde Speicherfähigkeit von überschüssigem Strom. So wie die Produktion durch Wetterlagen und Tageszeiten stark schwankt gibt es auch beim Konsum Bedarfsspitzen, die es zu decken gilt. Dies führt dann entweder zu Engpässen oder überschüssig produzierter Energie.

Nach zwei Jahren Bauzeit wurde am 25. Oktober 2011 in Prenzlau bei Berlin das weltweit erste große Wasserstoff-Hybridkraftwerk in Betrieb genommen. Diese Art von Kraftwerk vernetzt mehrere Energiequellen miteinander, in diesem Fall Wind und Wasserstoff. Es produziert mittels Hydrolyse aus der überschüssigen Windenergie Sauerstoff und Wasserstoff. Letzterer kann dann, nach Trennung vom Sauerstoff, gut gespeichert und entsprechend der Nachfrage verbraucherorientiert und netzoptimal eingesetzt werden. Damit scheint nun ein interessanter Lösungsansatz zur Speicherung von erneuerbaren Energien gefunden worden zu sein. In windreichen Stunden mit wenig Energiebedarf wird Wasserstoff gewonnen, während in windarmen Zeiten dieser Wasserstoff gemeinsam mit Biogas dazu verwendet wird, Strom und Wärme herzustellen. Alternativ kann Wasserstoff auch pur als Kraftstoff für mit Brennstoffzellen ausgestattete PKWs eingesetzt werden.

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Wasserstoff ist jedoch nur bedingt zur weiten Verbreitung im Erdgasnetz geeignet. Deshalb wird auch verstärkt die Umwandlung von Wasserstoff in Erdgas vorangetrieben. Die Herstellung von Methan erfolgt durch die Kombination von Wasserstoff mit Kohlendioxid aus der Atmosphäre oder aus Biogasanlagen. Dies hat nicht nur eine klimafreundliche Entlastung des CO2 Gehaltes in der Luft zur Folge, sondern erlaubt auch die Speicherung des Erdgases in den großen Reserven Deutschlands.

Das Berliner Hybridkraftwerk mit 6MW Leistung kostete rund 21 Mio. € und damit deutlich mehr pro Leistungseinheit (3,5 Mio.€/MW) als herkömmliche Gas- und Kohnekraftwerke (1,0-1,5 Mrd. €) mit etwa 1000MW Leistung (1,0-1,5 Mio.€/MW).

Diese hohen Kosten müssen durch Weiterentwicklung der Technik also noch signifikant gesenkt werden.